Unser Einrichtungskonzept in Kurzfassung

***ACHTUNG! - DURCH DEN "EINGESCHRÄNKTEN REGELBETRIEB" UND DIE NOTWENDIGKEIT GETRENNTER KINDERGRUPPEN SIND EINIGE ASPEKTE UNSERES OFFENEN EINRICHTUNGSKONZEPTES MOMENTAN NICHT REALISIERBAR***

Im Folgenden finden Sie einige wesentliche Kapitel unseres Einrichtungskonzeptes:

Grundlagen der pädagogischen Arbeit und unsere Ziele

Im FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße folgen wir dem Konzept der offenen Pädagogik. Offene Pädagogik ist geprägt durch die drei wesentlichen Prinzipien Beziehung, Individualisierung und Partizipation. Diese Prinzipien berücksichtigen die Bedeutung tragfähiger Beziehungen als Grundlage für ge-lingende Bildung und Entwicklung. Die Bedürfnisse von Kindern innerhalb ihrer individuellen Entwicklung werden ernst genommen und ihre spezifischen Interessen im pädagogischen Handeln aufgegriffen. Dazu gehört eine wertschätzende Kommunikation zwischen Kindern und Erwachsenen ebenso wie das Bewusstsein der Modellwirkung des Handelns der pädagogischen Fachkräfte. Kinder werden als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt respektiert. Um die Teilhabe und Mitbestimmung von Kindern an der Gestaltung ihres Alltags in der Einrichtung zu gewährleisten, wer-den sie auf vielfältige Weise in Entscheidungsprozesse eingebunden. Dies erfolgt z.B. in Form von Morgenkreisen, Kinderkonferenzen und Gesprächsrunden und zielt auf die Förderung der kindlichen Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

Frühkindliche Bildung

Der FEÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße versteht sich als eine Bildungseinrichtung, in der eine dem Alter und Entwicklungsstand der Kinder angemessene frühkindliche Bildung ermöglicht wird. Das bedeutet neben der Förderung kindlicher Eigentätigkeit und der Berücksichtigung der individuellen Entwicklung auch die Wahl einer kindgerechten Form der Wissensvermittlung. Die pädagogischen Fachkräfte verstehen sich dabei als unterstützende und impulsgebende Begleiter*innen der Kinder, die zur Ermöglichung von Lernerfahrungen beitragen. Die Raumgestaltung orientiert sich an den im Sächsischen Bildungsplan definierten Bildungsbereichen und ergänzt das pädagogische Selbstverständnis der Fachkräfte.

Selbstbildung und Freies Spiel

Die Selbstbildung steht im Zentrum unseres pädagogischen Verständnisses der kindlichen Entwicklung. Selbstbildung verstehen wir als eine ganzheitliche Dynamik aus Handeln, Denken und Fühlen. Da das Kind sich durch selbsttätiges Bemühen in einem aktiven Lernprozess Handlungskompetenzen aneignet, messen wir dem freien Spiel des Kindes große Bedeutung bei. Unter freiem Spiel verstehen wir die spezifisch kindliche Art und Weise des Lernens. Im freien Spiel, das die Möglichkeit zur Wahl von Beschäftigungen und Beziehungen beinhaltet, setzt sich das Kind mit seiner Lebenswelt auseinander. Dabei bezieht es alle Sinne ein. Spielen stellt ein komplexes Geschehen dar, das alle Facetten des kindlichen Lernens berührt und Entwicklungsimpulse, Lernfreude und Potentiale des Kindes freisetzt. Die Ausrichtung und Planung von Angeboten und Projekten orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, die auf der Basis genauen Beobachtens eruiert werden. Dabei werden stetig die unterschiedlichen Bildungsbereiche im Blick behalten.

Offene Pädagogik

Die pädagogische Arbeit des FRÖBEL-Integrationskindergartens Bockstraße folgt einer offenen Pädagogik. Diese orientiert sich an: Beziehung, Individualisierung und Partizipation. Offener Pädagogik liegt eine Haltung aller Akteur*innen zu Grunde, die von Offenheit, Wertschätzung und Toleranz geprägt ist. Diese Haltung ist durch die Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten gekennzeichnet und respektiert das Recht auf Mitbestimmung von Kindern. Im FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße ist offene Pädagogik als sinnvolle Tages- und Raumgestaltung erlebbar, die den Kindern durch die Wahl von Themen, Beschäftigungsformen, Aufenthaltsorten und Spielpartner*innen Lernprozesse und Erfahrungen der Selbstwirksamkeit ermöglichen.

Sächsischer Bildungsplan

Der Sächsische Bildungsplan stellt die verbindliche Grundlage der pädagogischen Arbeit des Integrationskindergartens Bockstraße dar. Darin sind folgende sechs Bildungsbereiche festgeschrieben: somatische, soziale, kommunikative, ästhetische, naturwissenschaftliche, mathematische Bildung. Der Überschneidung dieser Bildungsbereiche innerhalb der Selbstbildungsprozesse des Kindes wird in der pädagogischen Praxis dadurch Rechnung getragen, dass sich die personelle und materielle Ausstattung der Lernumgebung als Angebote verstehen, die auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt werden können. Obgleich alle Bildungsbereiche Berücksichtigung finden, liegen im FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße Schwerpunkte im somatischen, sozialen, kommunikativen und ästhetischen Bildungsbereich.

Partizipation der Kinder

Die Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in unserer Kindertagesstätte, die somit einen bedeutenden Lebensraum darstellt. Es ist wichtig, den Alltag und das Zusammenleben gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Partizipation (= Teilhabe) basiert auf Demokratie, deren Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Die Kinder werden in Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, ein-bezogen. Kinder teilhaben zu lassen, bedeutet nicht, alles zu gestatten. Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird und somit das Recht aus Unversehrtheit Einschränkungen erfährt. Die Ermöglichung von Teilhabe ist fester Bestandteil in der pädagogischen Arbeit im FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße. Dies setzt eine entsprechende Einstellung der pädagogischen Fachkräfte voraus, in der Kinder als kompetent wahrgenommen werden, ihren Alltag zu gestalten. Damit Kinder in Entscheidungsprozesse einbezogen werden können, ist es wichtig, ihnen die konkreten Möglichkeiten der Partizipation bewusst zu machen und mit ihnen gemeinsam auszuhandeln.

Gewaltfreies Aufwachsen

Kinder haben das Recht, frei von körperlicher, seelischer und verbaler Gewalt und mit Achtung ihrer persönlichen Würde aufzuwachsen. Als pädagogische Fachkräfte sehen wir uns in der Verantwortung, für die uns anvertrauten Kinder eine verlässliche und sichere Basis darzustellen und ihnen wertschätzend, empathisch und zugewandt gegenüberzutreten. Gewalt gegenüber Kindern ist in unserer Einrichtung ausgeschlossen. Wir sind bestrebt, uns beim Auftreten von Gewalt unter einzelnen Kindern in die Gefühlslagen und Situationen einzufühlen, die diese Verhaltensweise begünstigt haben und begleiten die Kinder bei der Lösung der Konflikte. Dabei ist es uns wichtig, dass wir uns auch in schwierigen Momenten und herausfordernden Situationen auf die Beziehung zum Kind konzentrieren und weniger auf den gewaltsamen Vorfall. Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind von besonderer Bedeutung, um die gegenseitige Verbundenheit zu betonen und unterschiedliche Wahrnehmungen zu berücksichtigen. Der respektvolle Umgang miteinander ist grundlegend für eine gesunde psychische Entwicklung der Kinder.

Die Rolle der pädagogischen Fachkraft

Die pädagogischen Fachkräfte verstehen sich als Partner*innen und Begleiter*innen der Kinder. Sie nehmen die Aufsichtspflicht wahr und bewahren Kinder vor Situationen, in denen ihre Unversehrtheit bedroht wäre. Zudem setzen sie sich mit ihren Spielideen, Themen, Interessen und Bedürfnissen auseinander und lassen diese in die Planungen eingehen. Die pädagogischen Fachkräfte begegnen Kindern auf Augenhöhe und befinden sich mit ihnen im Austausch. Sie stehen ihnen achtsam zur Seite und stellen sich unterstützend zur Verfügung. Im FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße ist das Prinzip der Bezugspädagog*innen etabliert, das Zuständigkeiten dahingehend definiert, dass für jedes Kind eine Ansprechpartner*in benannt ist.

Inklusive Pädagogik

Im Rahmen einer inklusiven Pädagogik geht es vorrangig um die Auseinandersetzung mit Vielfalt und Diversität. Der FRÖBEL-Integrationskindergarten Bockstraße steht Kindern mit und ohne Behinderung offen; alle Religionen und Nationalitäten sind gleichermaßen willkommen. Offene Pädagogik schafft günstige Voraussetzungen für eine unvoreingenommene Beziehung zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern. Inklusive Pädagogik beschränkt sich nicht auf das Zusammensein von behinderten und nichtbehinderten Kindern an gemeinsamen Spiel- und Lernorten, sondern schließt ein gemeinschaftliches Betreuungsangebot und Teilhabe ein. […] Für die Sicherstellung dieses Konzeptes stehen sonderpädagogische Fachkräfte oder pädagogische Fachkräfte mit spezifischen Zusatzausbildungen zur Verfügung. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit Ämtern, Ärzt*innen, Therapeut*innen sowie speziellen Einrichtungen (z.B. das SPZ und das Universitätsklinikum), Initiativen und Vereinen.

Dokumentation und Beobachtung

Eine wichtige Grundlage unseres pädagogischen Handelns besteht in regelmäßiger und systematischer Beobachtung der Kinder und ihrer Entwicklung. Dies ermöglicht es uns, Themen der Kinder zu erkennen, individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen und gezielt Entwicklungsimpulse zu setzen. Die pädagogische Dokumentation, die Auskunft über die Qualität unserer pädagogischen Arbeit gibt, macht Aspekte der kindlichen Entwicklung für die Eltern und Angehörige nachvollziehbar. Kindgerechte Dokumentationen (z.B. Portfolio) erleichtern es Kindern, sich an gemeinsame Erfahrungen und Aktivitäten zu erinnern und diese als Fundus für ihr weiteres Erleben zu nutzen.

Sexualpädagogik

Die ersten Welterfahrungen von Kindern sind körperlicher Art. Voller Neugier und Tatendrang begreifen sie die Welt und sich selbst über ihre Sinne. Der primäre Bezugspunkt des Säuglings ist der Körper mit seinen Bewegungen und Sensationen. Frühe sinnliche Erfahrungen bilden die Ausgangsbasis ihrer späteren Entwicklung. […] Kindliche Sexualität unterscheidet sich grundlegend von Erwachsenensexualität. Erstere beginnt bereits im Mutterleib. Sie ist weniger zielgerichtet und stärker mit Wohlbefinden und Neugier verbunden. Kindliche Sexualität äußert sich auf verschiedene Weise: Streicheln, Selbstberührungen (frühkindliche Selbstbefriedigung), Austausch von Zärtlichkeiten mit gleichaltrigen Kindern, auf den Körper bezogene Rollenspiele („Doktorspiele“, „Mutter-Vater-Kind-Spiele“), Scham (Wahrnehmung von Intimgrenzen, Unsicherheiten), Neugier bzgl. der Sexualität der Erwachsenen (Fragen nach der Herkunft der Kinder, Begrifflichkeiten), sexuelles Vokabular (Bezeichnung der Geschlechtsorgane) u.a. […] Unsere Aufgabe ist es, Kindern in der Auseinandersetzung mit ihrem Körper Sicherheit zu geben. In unserem pädagogischen Handeln begegnen wir Kindern bezüglich ihrer Sexualität offen und tolerant, um ihnen zu einem unbefangenen und selbstbewussten Umgang mit ihrer Sexualität zu verhelfen.

Eingewöhnung und Übergänge

Das Leben eines Kindes ist von vielfältigen Übergängen geprägt (von der Krippe in den Kinder-garten, vom Kindergarten in die Schule). Im Tagesverlauf des Kindergartens gibt es zahlreiche Übergänge, die aus pädagogischer Sicht von Bedeutung sind und von unseren pädagogischen Fachkräften professionell begleitet werden. Im FRÖBEL-Integrationskindergarten werden Kinder beim Übergang vom Krippen-Bereich in den Bereich der Kita individuell begleitet, nach Möglichkeit wird dies mit einem dauerhaften oder zeitweiligen Personalwechsel zwischen den Bereichen verbunden (Umgewöhnung). Der anstehende Übergang in die Schule wird mit den entsprechenden Kindern gemeinsam gestaltet und in Form einer Feier oder eines abschließenden Projektes in seiner Bedeutung gewürdigt.

Zusammenarbeit mit Familien

Die enge Zusammenarbeit mit den Familien stellt eine Basis unserer pädagogischen Arbeit dar, die wir als familienergänzend verstehen. In der geteilten Verantwortung, in der das Wohl der Kin-der an erster Stelle steht, begegnen sich Eltern und Familien sowie pädagogische Fachkräfte in einem Vertrauensverhältnis. Unser Verständnis von gelingender Zusammenarbeit ist geprägt von Kooperation und Partnerschaft. Eltern und Familienangehörige sind eingeladen, sich einzubringen.

Kinderschutz

Im Rahmen des FRÖBEL-Kinderschutzkonzeptes wird in jeder Einrichtung der FRÖBEL Gruppe auf der Grundlage eines Leitfadens zum gewaltfreien, wertschätzenden und achtsamen Umgang mit den uns anvertrauten Kindern eine teamspezifische Vereinbarung zum Kinderschutz erarbeitet. Die Umsetzung wird von einer zentralen Kinderschutzbeauftragten begleitet. Alle Mitarbeiter verfügen über ein erweitertes Führungszeugnis, das regelmäßig aktualisiert wird. Wir legen viel Wert darauf, Kinder darin zu bestärken, ihre Anliegen zu äußern. Unsere pädagogischen Fachkräfte sprechen Kinder behutsam an, wenn sie den Eindruck haben, dass sie etwas bedrückt oder unzufrieden stimmt, sie dies aber nicht ohne Anregung äußern wollen oder aber nicht ohne Unterstützung benennen können.