Naturpädagogik

In unserem Kindergarten möchten wir kindliche Naturbegegnung, Umweltschutz und Ökologie auf praktische Weise miteinander verknüpfen. Regelmäßige Entdeckungsreisen in die nahe Umgebung geben den Kindern die Möglichkeit, sich spielerisch ein Wissen über ökologische Zusammenhänge anzueignen. Kinder können gemeinsam Natur als Lernraum erleben, mit natürlichen Materialien gestalten (z.B. „Land Art“), Lebewesen beobachten sowie Zyklen in der Entwicklung von Tieren und Pflanzen entdecken. Sie lernen so, respektvoll mit unserer Natur und miteinander umzugehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) geht dabei Hand in Hand mit unserem naturpädagogischen Schwerpunkt.

Es ist unser Anliegen, Kinder durch sinnliche Erfahrungen für Natur zu sensibilisieren, denn sie sind von Natur aus neugierig. Wir möchten den Forscherdrang der Kinder unterstützen und sie ermutigen, ihre eigenen Erklärungen zu finden.

Damit möchten wir zur Vermittlung von Nauturverständnis und ökologischem Handeln beitragen. Denn durch spielerische Auseinandersetzungen mit ökologischen Zusammenhängen erwerben die Kinder die wichtigsten umweltbezogenen Kompetenzen.

Im Rahmen unserer Naturgruppe, die sich an drei festen Tagen in der Woche auf Entdeckungsreise außerhalb der Einrichtung begibt, lernen die Kinder, dass die Natur vor der Haustür schützenswert ist. Es geht darum, ein Gefühl für die Natur zu entwickeln und Begeisterung für das Entdecken kleiner und großer Wunder zu wecken.

Impression der Naturgruppe

Blätter sammeln, Bäume anhand der Blätter bestimmen, dass ist Bildung in der Natur! Die Naturgruppe war in dieser Woche wieder bei Wind und Regen in der Natur! Erst wurden Blätter von verschiedenen Bäumen gesammelt, die Bäume wurden bestimmt, die Blätter gepresst und am Ende der Woche zu Karten verarbeitet. 

Projekt "NATUR-KINDER" (Mai-September 2022)

Rückblick

Ansätze der Naturpädagogik und ökologische Fragestellungen standen am Beginn der Projekt-Idee „Natur-Kinder“. Dieses Projekt stellte eine Ergänzung der Einrichtungskonzeption unseres Kindergartens dar, der sich an einer offenen Pädagogik orientiert. Wir stellen hier skizzenhaft einige Grundgedanken des Projektes vor:

Die "Natur-Kinder" bildeten eine Gruppe von 10-15 Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren, die von zwei pädagogischen Fachkräften betreut wurden, die bei Bedarf von Zusatzkräften (Praktikant*innen, FSJ, FÖJ) unterstützt wurden. An fünf aufeinanderfolgenden Wochentagen pro Monat begab sich die Gruppe ganz- oder halbtägig in eine natürliche Umgebung in der Nähe unserer Einrichtung. Die umliegenden Waldstücke und Wiesen (Silbersee, Park), die sich in Laufweite befinden, boten sich als Räume des Erkundens und spielerischen Lernens besonders an.

Pädagogische Ziele

Der pädagogische Schwerpunkt dieser Gruppe lag auf der systematischen Ausdehnung der Zeiten, die Kinder zum Spielen außerhalb geschlossener Räume verbringen und der zielgerichteten Förderung verschiedener Kompetenzen und Bildungsbereiche. Es ist uns weiterhin eine Herzensangelegenheit, den Kindern mehr Kontakt mit einer natürlichen Umgebung zu ermöglichen, um sich selbst als integraler Teil dieser Umwelt zu verstehen. Wir möchten, dass auch Kinder, die eine städtische Umwelt gewohnt sind, ihre Naturverbundenheit erweitern und achtsam und wertschätzend mit allen Lebewesen (Pflanzen, Tiere) umgehen. Das Projekt ermöglichte es den Kindern, die Lebenskreisläufe und jahreszeitlichen Rhythmen kennenzulernen und diese mit allen Sinnen zu erfahren. Zudem lernten sie, dass auch natürliche Materialien wie Holz, Schlamm, Wasser und Steine sich für spielerisches Handeln und Gestalten (Land art) anbieten. Dies förderte die Phantasie und half, mögliche Hemmungen im Umgang mit ungewohntem Material zu überwinden.

Die "Natur-Kinder" förderten soziale Kompetenzen wie Kooperation und Zuverlässigkeit. Die respektvolle Begegnung mit der Natur ist untrennbar verbunden mit dem einfühlsamen Umgang miteinander. Durch das Erleben des Alltags in der Gruppe entstand ein Gefühl der Verbundenheit, welches die Kinder auf Mitmenschen und Natur übertragen konnten. Außerdem ist es unser Wunsch, dass die Kinder lernen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und Erfahrungen der Selbstwirksamkeit machen, die wichtig sind für ihre psycho-soziale Entwicklung. Durch den Umgang mit eigenen Grenzen, dem Bestehen kleiner Abenteuer und gemeinsame Erfolgserlebnisse wurde das Selbstvertrauen entwickelt und das Selbstwertgefühl gesteigert, während alle Bildungsbereiche angesprochen wurden.

Der Aufenthalt im Freien hatte gesundheitliche Vorteile: er stärkt erwiesenermaßen das Immunsystem und stimuliert den Kreislauf. Im Naturraum Wald können die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang zudem auf verschiedenen Untergründen ausleben. Durch das Balancieren, Hüpfen und Klettern über Wurzeln, Rinnsale und Stämme können Kinder maßgeblich ihre motorische Fähigkeiten verbessern.

Das Projekt "Natur-Kinder" startete im Mai 2022 mit einer ersten Woche und dauerte bis Herbst 2022.